- 25. November 2025
Katherina Reiches Politik gefährdet nicht nur das Klima, sondern sie zerstört auch systematisch deutsche Industriestandorte und macht das Land abhängig von autokratischen Regimen. Ihre Entscheidungen kosten Arbeitsplätze, verhindern technologische Entwicklungen und verspielen Deutschlands Chance, Vorreiter bei Zukunftstechnologien zu werden.
Eine Ministerin, die Energiewende sabotiert und deutsche Industrien zerstört
Katherina Reiche übernimmt am 6. Mai 2025 zum zweiten Mal ein Amt in der Bundesregierung. Diesmal als Wirtschaftsministerin, mit noch mehr Macht über Deutschlands energiepolitische Zukunft.
Der Blick auf ihre Vergangenheit und ihr aktuelles agieren zeigt: Reiche steht für eine Politik, die deutsche Zukunftsindustrien systematisch zerstört, den Klimaschutz untergräbt und Deutschland in neue fossile Abhängigkeiten führt.
Eine deutsche Vorzeigeindustrie kollabiert
Zwischen 2009 und 2013 trug Reiche als Staatssekretärin im Bundesumweltministerium unter Peter Altmaier maßgebliche Verantwortung für eine der größten industriepolitischen Katastrophen der deutschen Nachkriegsgeschichte: den Kollaps der deutschen Solarindustrie. Was bis 2012 mit exponentiellem Wachstum, Technologieführerschaft, über 100.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen war, wurde binnen weniger Jahre zerschlagen.
Die Methode war simpel. Drastische Kürzungen der Einspeisevergütung, die Investoren die Planungssicherheit raubten. Binnen zwei Jahren brachen die Neuinvestitionen von sieben Gigawatt auf ein Gigawatt ein. Deutsche Traditionsunternehmen wie Q-Cells, SolarWorld und Conergy meldeten reihenweise Insolvenz an. Die gesamte Branche wanderte nach China ab und mit ihr das Know-how, die Patente und die Arbeitsplätze.
Hans-Josef Fell, Mitautor des ursprünglichen Erneuerbare-Energien-Gesetzes, erinnert sich an Reiches damalige Rolle: "Hätte Katherina Reiche als Staatssekretärin Widerstand geäußert, wären die Gesetzesänderungen so nicht gekommen." Stattdessen kritisierte sie erneuerbare Energien konstant als "zu teuer" und ebnete den Weg für eine Politik, die eine der vielversprechendsten deutschen Zukunftsbranchen vernichtete.
Das perfide Spiel mit der Angst
Der Untergang der Solarindustrie war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gezielten Kampagne. 2012 starteten fossile Industrien eine massive Desinformationskampagne mit Plakaten wie "Die Energiewende ist unbezahlbar". Studien belegten bereits damals das Gegenteil. Ohne erneuerbare Energien wären die Strompreise höher gewesen. Doch Reiche und Altmaier ließen sich von dieser Propaganda leiten, anstatt auf wissenschaftliche Fakten zu setzen.
Das Ergebnis dieser Fehlentscheidung?
China ist Weltmarktführer bei Solaranlagen, Batterien und Elektromobilität. Deutschland kauft die Technologien, die es einst selbst entwickelt hat, teuer im Ausland ein. Eine industriepolitische Bankrotterklärung ersten Ranges.
Blaupause für 2025
Katherina Reiche steht 12 Jahre später erneut an den Hebeln der deutschen Energiepolitik und ihre Pläne lesen sich wie eine Blaupause für die nächste Katastrophe.
Ihr erstes Vorhaben: die Abschaffung der Einspeisevergütung für private Solaranlagen. Wieder wird mit angeblich zu hohen Kosten und Netzproblemen argumentiert. Wieder werden die langfristigen wirtschaftlichen und klimatischen Kosten ignoriert.
Reiches Strategie ist dabei perfide in ihrer Einfachheit: Sie will den "Business Case für erneuerbare Energien nach unten bringen", wie sie selbst formuliert. Statt auf Speicher, Smart Grids und innovative Flexibilitätslösungen zu setzen, plant sie den Bau von bis zu 20 Gigawatt neuer Gaskraftwerke.
Deutschland soll von russischem Gas unabhängig werden, nur um sich stattdessen von katarischem oder amerikanischem Gas abhängig zu machen?
Die Verfassungswidrigkeit fossiler Politik
Reiches Politik steht nicht nur im Widerspruch zu wirtschaftlicher Vernunft und technologischem Fortschritt, sondern verstößt gegen das Grundgesetz selbst. Das Bundesverfassungsgericht stellte 2021 unmissverständlich klar, dass effektiver Klimaschutz eine verfassungsrechtliche Pflicht ist. Die Grundrechte auf Leben, Gesundheit und Eigentum zukünftiger Generationen sind in Gefahr, wenn die Politik weiter auf fossile Energien setzt.
Während Reiche neue Gaskraftwerke plant, brennt halb Europa. Während sie Solaranlagen ausbremst, erreichen die CO2-Werte in der Atmosphäre Rekordstände. Ihre Politik ignoriert nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse über den Klimawandel, sondern wird zum Bremsklotz beim notwendigen Wandel zu einer klimaneutralen Wirtschaft.
Besonders zynisch erscheint Reiches Politik, betrachtet man die nackten Zahlen.
Erneuerbare Energien kritisiert sie als zu teuer und gleichzeitig pumpt der Staat jährlich 70 Milliarden Euro in die fossile Industrie. Allein die neue Gasspeicherumlage kostet weitere 3,4 Milliarden Euro. Geld, das aus dem Bundeshaushalt in die Taschen der Gaskonzerne fließt.
Diese Subventionen ignorieren systematisch die externen Kosten fossiler Energien. Klimaschäden, Luftverschmutzung und Gesundheitskosten zahlt am Ende die Allgemeinheit. Erneuerbare Energien erhalten dagegen keinen Ausgleich dafür, dass sie sauber sind. Ein Markt, in dem die Verursacher von Umweltschäden subventioniert werden, während saubere Alternativen bekämpft werden, ist das Gegenteil von freier Marktwirtschaft.
Reiches Politik trägt die Handschrift der fossilen Lobby
Reiches Politik ist kein Zufall. Als ehemalige Vorständin der Eon-Tochter Westenergie kennt sie die Interessen der konventionellen Energiewirtschaft aus erster Hand.
Ihre politischen Entscheidungen folgen nicht dem Gemeinwohl, sondern den Gewinninteressen etablierter Konzerne, die den Wandel zu erneuerbaren Energien als Bedrohung ihrer Geschäftsmodelle sehen.
Diese Interessenskonflikte sind nicht nur ethisch problematisch, sondern sie bedrohen Deutschlands Zukunftsfähigkeit. Andere Länder investieren massiv in erneuerbare Energien, Speichertechnologien und grüne Industrien und Deutschland bremst unter Reiches Führung die eigene Energiewende aus. Das Land der Ingenieure und Tüftler wird zum Schlusslicht bei der wichtigsten Transformation des 21. Jahrhunderts.
Zeit zum Handeln
Mit Reiches Einzug ins Wirtschaftsministerium hat die fossile Lobby die Kontrolle über den wichtigsten Hebel der Energiewende erlangt. Das Trojanische Pferd steht bereits in Deutschland. Aber Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Umweltverbände beginnen Widerstand zu leisten. NGOs wie BUND, Deutsche Umwelthilfe und Greenpeace prüfen bereits Verfassungsklagen gegen eine Politik, die ihre verfassungsrechtlichen Klimaschutzpflichten vernachlässigt.
Doch Widerstand allein genügt nicht. Er braucht eine klare Vision für die Zukunft.
Denn Deutschland steht auch vor einer historischen Chance.
Die globale Energiewende bietet unserem Land die Möglichkeit, wieder Technologieführer zu werden und Millionen zukunftsfähiger Arbeitsplätze zu schaffen. Länder wie China, Dänemark und die USA investieren bereits massiv in erneuerbare Energien und bauen ihre Industrien der Zukunft auf. Deutschland kann diesen Weg ebenfalls mit intelligenten Speicherlösungen, innovativen Netztechnologien und einer florierenden Solar- und Windbranche einschlagen.
Die Lösungen liegen ja schon bereit.
Smart Meter können Stromverbrauch flexibel steuern, Batteriespeicher Schwankungen ausgleichen, und eine Kombination aus Solar, Wind, Bioenergie und Geothermie kann Deutschland zuverlässig versorgen. Bürgerenergiegenossenschaften, innovative Unternehmen und engagierte Kommunen zeigen bereits heute, wie eine dezentrale, saubere Energiezukunft aussehen kann.
Es braucht nur noch den politischen Willen, diesen Weg konsequent zu gehen.
Doch auch wenn oder gerade weil die Politik zögert, darf die Gesellschaft nicht länger abwarten.
Wir alle müssen raus aus der Komfortzone und aktiv werden. Wir müssen neue Wege gehen und zeigen, dass Wandel von unten möglich ist.
Eine Zukunft in Freiheit, Wohlstand und ökologischer Sicherheit gibt es nur, wenn wir sie gemeinsam erkämpfen.
Quellen:
Hans Josef Fell: Katherina Reiche weiß seit 20 Jahren, dass es auch ohne Gaskraftwerke geht.
ÖDP kritisiert Reiches Energiepläne
Reiche verkauft Rückschritt als Fortschritt
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