Der CO₂-Staubsauer von Climeworks

Der CO₂-Staubsauer von Climeworks

Climeworks eröffnet in Zürich Innovationszentrum für CO₂ – wie innovativ ist der CO₂-Staubsauger?

Es klingt wie der absolute Traum eines jeden notorischen Klimasünders, der die Verantwortung von sich weisen will: Ein überdimensionaler Staubsauger, der Kohlenstoffdioxid aus der Luft einfach heraussaugt wie eine Wundermaschine. Doch wie vielversprechend ist diese faszinierende Maschinerie tatsächlich? Eines kann ich schonmal versprechen: Die notwendige Transformation der Gesellschaft zu mehr Klimaeffizienz wird dadurch nicht überflüssig. So ist der CO₂-Staubsauger jedoch kein Hirngespinst, sondern tatsächlich ein wichtiger Baustein hin zur Klimaneutralität. In dem folgenden Artikel zerlege ich den gesamten Sachverhalt fein säuberlich und analytisch.

Technische Grundlagen des CO₂-Staubsaugers 

Die Maschine filtert mithilfe eines Membranfilters das Kohlenstoffdioxid aus der Luft. Dieser Membranfilter sitzt in einem Kollektor (Sammelbehälter) und lagert das CO₂ aus der angesaugten Luft an seiner Oberfläche an (adsorbieren). Durch die Erhitzung auf 100 Grad Celsius löst sich das Kohlendioxid wieder von der Oberfläche und wird für die Synthese von Methan weiter verwertet. Diese Verfahrensweise wird auch DAC-Technologie (Direct Air Capture) genannt.

Das gewonnene Methan wird durch Verbrennung zur Gewinnung von Strom und Wärme genutzt. Dadurch wird wiederum CO₂ frei. Der große Unterschied ist jedoch: Es wird nur genau so viel CO₂ freigesetzt, wie im Vorfeld der Atmosphäre entzogen wurde. Dieser Prozess ist demnach ein künstlicher Kohlenstoffkreislauf mit Methan als Zwischenprodukt. Es handelt sich um eine gute Ergänzung zum Klimaschutz, ist jedoch kein Ersatz. Hierbei wird im Rahmen eines Power-to-Gas-Prozesses grünes Methan gewonnen und zwischengespeichert. Die stattfindenden chemischen Reaktionen kann man mit den folgenden Reaktionsgleichungen beschreiben:

CO₂ + 4 H₂ CH4+ 2 H₂O → (Herstellung von Methan aus Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff)

CH4 + 2 O2 CO2 + 2H2O → (Verbrennung von Methan)

Was folgt daraus? Methan bietet tatsächlich ein großes Potenzial als Brennstoff in Gaskraftwerken, was eine umweltfreundliche Alternative zu Kohlekraftwerken verkörpert. Doch auch dies ist kein Wundermittel oder gar der absolute Gamechanger.

So liegt der Wirkungsgrad gerade mal bei mageren 40 bis 60 %. Weit über die Hälfte der Energie verflüchtigen sich also ins Nirvana. Es liegt also weiterhin in der Verantwortung jedes Einzelnen und der Industrie, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Man darf auch nicht vergessen, dass der Klimawandel ein globales Phänomen verkörpert. Es müssen wirklich alle Staaten an einem Strang ziehen. Da US-Präsident Donald Trump derzeit die fossilen Energieträger wie Kohle und Öl drastisch ausbaut und bei grünen Projekten (wie Wasserstoff) kürzt, stellt dies ein großes Problem dar.

Trotzdem ist diese Technologie ein unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende, weswegen sich der Blick auf die Vorzüge dieses anspruchsvollen CO₂-Recyclings lohnt. Denn jede noch so kleine Anstrengung ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Welche positiven Aspekte zeichnen den CO₂-Staubsauger aus?

Wie bereits oben beschrieben, entsteht durch das Ansaugen von CO2 und der anschließenden Umwandlung zu Methan ein geschlossener Kohlenstoffkreislauf. Somit entstehen keine zusätzlichen Emissionen, was ein positives Signal für die globale CO₂-Bilanz schafft. Der größte Vorteil überhaupt: Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen gibt es keine begrenzten Ressourcen. CO₂ steht in der Atmosphäre unbegrenzt zur Verfügung.

Damit ist die Technologie grundsätzlich skalierbar. Es existieren genügend Gasspeicher in Deutschland für das Methan. Zudem entstehen bei Kohlekraftwerken negative Begleitstoffe wie Stickoxide. Auch dieser Aspekt fällt beim Verbrennen von reinem Methan weg. Damit steht es auf einer Stufe mit sonstigen erneuerbaren Energieträgern wie Sonnen- und Windenenergie.

Während jedoch Solaranlagen und Windräder spezifische Anforderungen an den Standort stellen (wie genügend Sonne oder ausreichend Wind), kann man einen CO₂-Staubsauger quasi überall hinbauen. Die Vorteile zeigen sich auch in der anschließenden Verwertung von Methan: So ein Gaskraftwerk lässt sich innerhalb einer recht kurzen Zeitspanne hochfahren, sodass die Bewältigung einer Dunkelflaute dadurch schon fast einem Kaffeekränzchen gleicht.

Eine Herausforderung sind jedoch nach wie vor die hohen Kosten. Wenn man jedoch die hohen Kosten des Klimawandels und den immer weiter steigenden CO₂-Preis berücksichtigt, erscheint dies eine lohnende Investition in die Zukunft.

Jedoch gibt es einige Projekte, die sich der Weiterentwicklung und somit auch der wirtschaftlichen Tragfähigkeit (durch Kostensenkung) dieser Technologie verschrieben haben. Sozusagen die modernen Start-ups der Klimatechnologie. Eine von diesen innovativen Unternehmen ist Climeworks.

Das neue Innovationszentrum von Climeworks

Im beschaulichen Zürich eröffnete Climeworks nun das weltweit größte Forschungszentrum, was sich der Optimierung sowie dem technologischen Ausbau des CO2-Staubsaugers annimmt. Der Fokus liegt dabei auf Effizienz und Kostenersparnis. Climeworks ist sich also der wirtschaftlichen Herausforderungen dieser bahnbrechenden CO2-Technologie bewusst. Laut Jan Wurzbacher von Climeworks ist der massive Ausbau von DAC-Technologie alternativlos. In dem Innovationszentrum sind insgesamt 50 Wissenschaftler aus verschiedenen Branchen beschäftigt. Das Eröffnungsdatum war der 04.°Dezember 2025. Eine weitere Sensation des Unternehmens ist ein Ausstellungsraum, in dem man die DAC-Technologie live erleben kann. Menschen, die sich für aufstrebende Klimatechnologien interessieren bietet dies eine besondere Gelegenheit.

Die Optimierung der DAC-Technologie fußt dabei auf folgenden Säulen:

• Materialwissenschaft: Weiterentwicklung von speziellen Materialien für die Bindung von CO₂aus der Luft

• Prüfungen der Zuverlässigkeit: wie verhält sich die Maschinerie unter verschiedenen Bedingungen?

• Optimierung der Energieeffizienz sowie der Skalierbarkeit

• Entwicklung von Testanlagen

Wie schon erwähnt, ist die DAC-Technologie ein weiterer Eckpfeiler zur Bekämpfung des Klimawandels. Daher finde ich es gut, dass Climeworks in die maschinelle CO₂-Entfernung massiv investiert. Zum Glück gibt es immer mehr Unternehmen, welche den Klimaschutz ernst nehmen. Ein gutes Beispiel ist die Umrüstung der Stahlindustrie auf grünen Wasserstoff.

Ausblick und Fazit

Man sieht, nicht nur Politiker (derzeit vor allem die EU, China und Australien), sondern auch Wissenschaft und Technik arbeiten unermüdlich daraufhin, unseren Planeten nicht der Hitzehölle preiszugeben. Jedoch muss noch viel getan werden. Leider arbeitet Donald Trump ja komplett gegen den Klimaschutz. In europäischen Regierungen ist der Wille grundsätzlich vorhanden, um die globale Erwärmung abzubremsen, allerdings versuchen rechtspopulistische Parteien wie die AfD dies zu boykottieren. Man kann also nur hoffen, dass solche Parteien weiterhin keine Regierungsverantwortung bekommen. Denn so werden klimaneutrale Technologien wie der CO₂-Staubsauger oder grüner Wasserstoff weiterhin gefördert.

Denn die Zahlen zeigen, welches Potenzial in der Direct Air Capture Technologie steckt: Eine Anlage kann so viel CO2 aus der Luft saugen wie ungefähr 1000 Bäume – und dies ohne Wasserverbrauch. Jedoch ist der Graben zwischen Anspruch und aktueller Realität sehr tief. Pro Tonne CO2 entstehen Kosten in Höhe von ca. 600 US-Dollar. Um selbst ein Prozent der CO2-Emissionen herauszufiltern, wären 250.000 Anlagen nötig. Allein dies zeigt sich schon, dass der CO₂-Staubsauger auf lange Zeit trotz immenser Investitionen nur ein Baustein bleiben wird. Die Senkung des globalen CO2-Ausstoßes bleibt immer noch vorrangiges Ziel.

 

Quellen

Firma aus Münster will mit CO2-Staubsauger das Weltklima retten

Experte: Könnten die Erde künstlich abkühlen

„Mammut“-Staubsauger von Climeworks: Falsche Lösung für die Klimakrise

Was der neue CO2-Staubsauger im Technologiezentrum kann

Mit innovativer Technologie dem Klimawandel entgegenwirken

Climeworks eröffnet Innovationszentrum in Zürich

DAC Innovation Center

Kommentare (4)

  • Kaktus31. Januar 2026

    Ich bin immer wieder positiv überrascht wie viele Menschen sich mit dem Thema Nachaltiger Energien, Speicher, Entsorgung von CO2 etc. beschäftigen! Danke an ThinkMoreGreen für diesen Artikel

  • Kaktus31. Januar 2026

    Ich bin immer wieder positiv überrascht wie viele Menschen sich mit dem Thema Nachaltiger Energien, Speicher, Entsorgung von CO2 etc. beschäftigen! Danke an ThinkMoreGreen für diesen Artikel

  • Ck4. Februar 2026

    Dieser Beitrag enttäuscht mich ehrlich gesagt, weil er deutlich hinter dem zurückbleibt, was ich von dieser Seite gewohnt bin. Normalerweise schätze ich die sorgfältig ausbalancierten Artikel hier sehr.
    Es stört mich, dass ich nicht klar erkennen kann, wo die Analyse aufhört und die Meinung anfängt. Technische Erläuterungen, persönliche Wertungen und parteipolitische Spitzen verschwimmen ineinander, ohne dass der Text eindeutig als Kommentar gekennzeichnet ist.

    Bei den fachlichen Aussagen vermisse ich Präzision. Wirkungsgrade, Kosten und Skalierungszahlen werden zwar erwähnt, aber ich finde nirgends eine saubere Herleitung aus Primärquellen, auf die ich mich stützen könnte.

    Die politische Zuspitzung empfinde ich als zu einseitig. Statt die Technologie nüchtern im energiepolitischen Kontext einzuordnen, begegnen mir plakative Aussagen zu einzelnen Akteuren. Dadurch verliert der Text in meinen Augen Seriosität.

    Auch stilistisch bin ich hin- und hergerissen. Manchmal wirkt der Text feuilletonistisch, aber für eine fundierte Analyse fehlt mir die Struktur. Starke Bilder wie „Kaffeekränzchen" oder „Hitzehölle" lese ich gerne, aber sie ersetzen mir keine klare Argumentation mit nachvollziehbaren Annahmen und einer ehrlichen Diskussion der technologischen Grenzen.

    Gerade weil ich dieses Portal sonst für seine ausgewogenen, gut recherchierten Inhalte schätze, erlebe ich diesen Beitrag als Bruch mit dem eigenen Anspruch.

    Von einem Medium, bei dem ich Orientierung in Energie- und Klimafragen suche, brauche ich vor allem Verlässlichkeit, nachvollziehbare Fakten und eine klare Trennung zwischen Information und Meinung.

    Dieser Text bietet mir das leider nicht.

  • Administrator Thomas Lazar4. Februar 2026

    Hallo CK,
    vielen Dank für die Zeit, die Sie sich genommen haben, um uns Ihr Feedback in dieser Ausführlichkeit zu geben.
    Es war das erste mal, dass ein Artikel nicht gegen kontrolliert wurde.
    Wir werden das Thema kommende Woche neu aufsetzen.

    Danke Ihnen.
    Gruß Thomas Lazar

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